Demokratie zum Üben und Erleben - Juniorwahl an der Berufsschule

Bundesweites Schulprojekt eine Woche vor der Europawahl 2019

Für mehr als 150 Schülerinnen und Schüler an der Berufsschule Pfaffenhofen aus sechs Klassen heißt es bei der Juniorwahl von Montag bis Freitag: „Wählen gehen und Kreuz machen!“ Die Juniorwahl zählt zu den größten Schulprojekten und wird bundesweit seit 1999 zu Europawahlen, Bundestagswahlen und Landtagswahlen durchgeführt.
Bei der Juniorwahl geht es um politische Bildung und das Üben und Erleben von Demokratie.

Vor dem „Wahllokal“ mit Wahlurne, Wahlkabinen, Wahlbenachrichtigungen, Wählerlisten und Stimmzettel sammeln sich die Jugendlichen und es sieht aus wie bei einer richtigen Wahl. Die Jugendlichen aus den Fachklassen der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, der Elektroniker für Betriebstechnik, der Kaufleute im Einzelhandel, der Kaufleute für Büromanagement, der Landwirte, und der Mechatroniker sind zwischen 16 und 20 Jahre alt.

Foto: Heidi Enzbrenner. Der Elektroniker Johannes bei der Stimmabgabe an der Berufsschule Pfaffenhofen

 

„Ich kann dieses Jahr zum ersten Mal bei der Europawahl mitmachen und habe mich vorher informiert, den Wahl-O-Mat als Entscheidungshilfe getestet und im Unterricht haben wir ausführlich darüber gesprochen. Auf dem Stimmzettel habe ich eine Stimme für eine Partei und es gibt keine 5%-Hürde wie bei der Bundestagswahl. Am Wahlsonntag werde ich dann dieselbe Partei wählen wie heute“, erklärt Jonas.

Der Verein Kumulus e.V. rief vor 20 Jahren das „Projekt Juniorwahl“ ins Leben. Unterstützt wird der Verein unter anderem von der Landeszentrale für politische Bildung in Bayern, von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Freistaat Bayern. Die Juniorwahl möchte junge Leute in politische Prozesse einbinden und damit langfristig eine Stärkung der Demokratie bewirken. Positiv ist es, wenn Jugendliche früh an Politik und Wahlen herangeführt werden. Dann werden sie im späteren Leben regelmäßig wählen gehen und sich politisch beteiligen.

Die Jugendlichen befürworten es, dass sie, wie auch Schüler an 2760 weiteren Schulen in Deutschland, an der Juniorwahl teilnehmen können. Eine realitätsgetreue Wahlsimulation und realitätsnahe Wahlmaterialien mit Wahlbenachrichtigung und Stimmzettel ermöglichen dies.

Die Kampagne „Diesmal wähle ich“ fördere das Interesse an der Politik. 
Das handlungsorientierte Konzept mit der anschließenden Europawahl leiste einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung, so Patricia Hofmann und Jakob Knab, die an der Berufsschule das Fach Sozialkunde unterrichten. 
Zudem mache die Juniorwahl Spaß und man lerne fürs Leben. Damit fördere man den Meinungsbildungsprozess und vermittle eine Wertschätzung für das demokratische System. 

„Demokratie ist keine Glücksversicherung, sondern das Ergebnis politischer Bildung und demokratischer Gesinnung“, so formulierte schon der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, den Auftrag und die Verpflichtung für alle Bürgerinnen und Bürger.

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