Internationalen Wochen gegen Rassismus

Wie kann Heimat gestaltet werden? Toleranz und Demokratie in unserer Heimat.

Vortrag an der Berufsschule Pfaffenhofen

Referent: Norbert Göttler

Während der internationalen Wochen gegen Rassismus hat der Bezirksheimatpfleger für Oberbayern, Norbert Göttler, die Berufsschule Pfaffenhofen besucht. Sein Vortrag widmet sich der Frage, wie kann Heimat für alle gestaltet werden? Der Referent betont zu Beginn, dass man sich wegen der Zukunft über die Heimat Gedanken machen solle: Es stelle sich die Frage nach der Herkunft, nach den Wurzeln eines Landes.

Das menschliche Verlangen nach Heimat sei für alle ähnlich, wecke Emotionen, sei assoziiert mit der eigenen Wohnung, dem Haus und der Herkunft der Familie. Hinzu komme, dass viele Menschen nicht mehr dort wohnten, wo sie geboren wurden. Norbert Göttler spricht in diesem Zusammenhang von „Heimaten“, einem Begriff, der grammatikalisch zwar falsch sei und vorwiegend einen Prozess darstelle. Er weist auf die Renovierung des Kirchturms in Pfaffenhofen hin, den Marktplatz als Ort, um den man sich kümmere, für den man sich verantwortlich fühle und „Heimat ist da, wo ich verstehe und verstanden werde“.

Dieses Verständnis für Menschen aus anderen Kulturen führe zur Toleranz.
Toleranz beschreibe die Empathie, das Mitgefühl für andere Menschen. Dieses Mitgefühl sei im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus besonders wichtig. „Menschen können nur voneinander lernen, wenn sie miteinander sprechen“, fügt Göttler hinzu. Bayern sei beispielsweise geprägt von den Einflüssen aus Frankreich während der Zeit der Aufklärung.

Eine demokratische Gesellschaft brauche in ihrer Heimat eine Orientierung: Die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, das Grundgesetz, sei ein Orientierungsrahmen, der alle Menschen in der jeweiligen Heimat binde. Das Grundgesetz müsse Grundlage des staatlichen und privaten Handelns sein.

Deshalb fordert Norbert Göttler alle vor der Europawahl am 26. Mai zur Wachsamkeit gegenüber extremen und populistischen Parteien auf: „Wer in der Demokratie schläft, wird in der Diktatur aufwachen“!

 

Der Referent Dr. Norbert Göttler widmet sich den Begriffen Heimat, Brauchtum und Tradition.
Göttler arbeitet als Schriftsteller und Publizist beim Bayerischen Rundfunk, bei der ARD, bei 3sat und arte.
Darüber hinaus veröffentlichte er Lyrik, Romane und Kurzgeschichten und ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der Literatenvereinigung Münchner Turmschreiber.
2004 erhielt er das Bundesverdienstkreuz und seit 2012 ist er Bezirksheimatpfleger von Oberbayern

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